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Donnerstag, 22. Januar 2009, 20:24

Dem Tod ins Auge blicken

Hallo ihr Lieben!

Aus gegebenem Anlass würde es mich interessieren, wie ihr mit einem nahestehenden Tod eines Angehörigen oder sehr engen Freundes umgeht.

Meine Oma liegt mittlerweile im Sterben und obwohl ich mich bereits seit ca. einem halben Jahr "am Verabschieden" bin, da viele kritische Situationen in ihrem Krankheitsverlauf vorlagen, steht jetzt das Ende bevor, wenn ich das mal so sagen kann. :schade:
Wenn mein Telefon oder das Handy klingelt, denke ich unweigerlich, dass da nun das Heim oder meine Mutter dran ist um mir zu sagen, dass ich kommen soll um mich von meiner Oma zu verabschieden. Das schockt mich total und ich weiß gar nicht, ob ich mich dazu "aufraffen" kann, ob ich das auch so einfach wegstecken kann, einen geliebten Menschen sterben zu sehen. Dazu sollte ich wohl sagen, dass ich noch nie einen Menschen hab sterben sehen, sehr wohl aber schon Tote gesehen habe. Der Anblick eines Toten ist mir jetzt nicht vertraut und hat mich auch absolut bis in die Grundtiefen geschockt. Trotzdem war es etwas "anderes", da dort kein Familienmitglied oder so lag, um den ich getrauert habe.

2001 ist mein Opa im KH an Krebs gestorben und ich war nicht dabei. Meine Mutter hat mich damals nicht angerufen und ich konnte ihn damals während seiner letzten Zeit auch nicht dort besuchen, da ich das nicht verkraftet hätte (ich hatte zu meinem Opa ein sehr enges Verhältnis und musste schon so sehr an dem Verlust knabbern). Ich hatte mich aber innerlich von ihm verabschiedet, als er das letzte Mal von Zuhause abgeholt wurde ...

Jetzt bin ich älter, zu meiner Oma habe ich zwar auch ein sehr inniges Verhältnis, aber durch das bereits andauernde Abschied nehmen habe ich nicht das Gefühl, dass es mir "leichter" gehen würde.
Ich ringe wirklich mit mir und weiß nicht, ob und was ich tun soll. Meine Mutter hatte mir damals beim Tod meines Opas (den ich auch bis heute noch nicht ganz überwunden habe) von seinen letzten Momenten und seinem letzten Kampf mit dem Leben (oder gegen den Tod?) erzählt, was mich total geschockt hat! Ich weiß nicht, ob ich den Anblick (wenn es denn ähnlich abläuft und sie nicht einfach so einschläft) verkraften kann ... ich weiß noch nicht einmal, ob ich den Anblick meiner toten Oma verkraften könnte ...

Gelernt habe ich, dass sich Menschen von Toten verabschieden müssen, aber ich weiß nicht ob ich das auch kann bzw. habe sowas bisher auch noch nie richtig von anderen verlangt, wenn sie es denn nicht wollten.

Da der Tag, an dem ich dem Tod ins Auge blicken muss näher rückt, hoffe ich, dass ihr mir sagen könnt, was ihr tun würdet bzw. wie ihr mit so einer Situation bisher umgegangen seid. :(

Danke.

2

Donnerstag, 22. Januar 2009, 20:42

Der Tod ist ein heikles Thema mit dem wohl die wenigsten von uns wirklich umgehen können. Dir einen Rat zu geben dürfte daher wohl schwer fallen zumal du die Antwort nur für dich selbst fällen kannst. Das mit dem noch mal Abschied nehmen ist sicherlich eine sehr schwierige Sache, ich denke die Person um die es geht freut sich in der Regel Abschied nehmen zu können aber wenn deine Oma weiß wie schwer dir solche Dinge fallen, würde sie es vielleicht auch nicht wollen dass du sie so kurz bevor sie gehen muss noch einmal in diesem Zustand siehst. Letztendlich kann es aber für einen selbst auch ein großer Trost sein wenn man weiß man konnte Abschied nehmen. Das gibt einem selbst auch einen gewissen inneren Frieden.

Was den Anblick eines geliebten Menschen nach dem Tode angeht: Da kann ich sagen, dass das eine sehr prägende Erinnerung ist, da würde ich dir aus meiner persönlichen Erfahrung raten dass es manchmal besser ist den Menschen so in Erinnerung zu behalten, wie man ihn kennt. Denn der Anblick nach dem Tode ist manchmal schon sehr beängstigend wobei du ja vielleicht durch deinen Beruf doch schon etwas mehr dran gewöhnt bist als viele andere Menschen. Allerdings ist es dennoch ein wichtiger Schritt sich vom Toten zu verabschieden da man dadurch ein Stück mehr mit dem Verlust abschließen kann. Manch einer bereut es später sich nicht nach dem Tode von dem Menschen verabschiedet zu haben von daher muss man es gut überlegen und abwägen ... wichtig finde ich in der Situation auf jeden Fall, dass man jemanden hat der einem Halt gibt (jetzt nicht nur körperlich sondern auch seelisch) aber ich denke es ist keine Frage dass Spencer in der Zeit die dir droht dir sicher zur Seite steht und das ist wichtig zu wissen.

Fühl dich gedrückt... :troest:
Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
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Dogmatiker

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3

Donnerstag, 22. Januar 2009, 21:22

Also ich war schon beim Tod mehrerer sehr geliebter Wesen dabei, sowohl Mensch als auch Tier - ich unterscheide da nicht.
Neben dem Sterbebett meiner Oma saß ich so 6-7 h am Stück bis alles vorbei war und es war eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Ich konnte loslassen, mich verabschieden, Dinge sagen die ich ihr schon immer sagen wollte und unheimlich klar sehen. Alles in allem war es eine bereinigende Erfahrung und ich glaube ich hätte ihr Ableben schlechter Verkraftet, wenn ich nicht dabeigewesen wäre.
Den Moment als die Ärztin die Überwachungsgeräte abschaltete und sie nicht mehr atmete, als die Beatmungsmaschine die Luft in tote Lungen pumpte, die Farbe aus ihrem Gesicht wich und sich das Geräusch der Beatmungsmaschine änderte werde ich nie vergessen. Das war wohl der stillste Moment in meinem Leben.

Ich kann dir nur empfehlen dich der Erfahrung zu stellen. Der Tod ist ein unausweichlicher Teil des Lebens - du kannst es also sowieso nur hinauszögern ihm zu begegnen - und ich ging immer mit einem positivem Gefühl daraus hervor, Menschen und Tiere auf ihrem letzten, schwersten Gang begleitet zu haben. Das schaffst du ganz sicher auch.

4

Donnerstag, 22. Januar 2009, 22:36

Vor ein paar Jahren stand ich vor einer ähnlichen Situation, meine Oma lag im sterben. Jedoch war sie bis zu diesem Tage mehr oder weniger gesund, jedenfalls gab es keinen Anlass sich Sorgen um sie zu machen.
Ich war gerade dabei mich auf den Weg in die Berufsschule zu machen, als meine Mutter sehr geschockt auf mich zukam und mir mitteilte, das es der Oma sehr sehr schlecht gehe, sie sagte noch, ich glaube sie liegt im sterben.
Sofort wurde der Notarzt verständigt, ich lief in das Zimmer meiner Oma, es sah nicht gut aus, für mich war klar, das es ganz sicher mit ihr zu Ende geht. Ich klammerte mich dennoch an den Hauch einer Hoffnung, der Arzt würde sagen: "Nicht so schlimm, das wird schon wieder."
Leider war dem nicht so, ca. eine Minute bevor der Arzt da war, ist sie für immer eingeschlafen. Es stellte sich später heraus, dass auch der Arzt nicht mehr helfen hätte können.
Meine Oma erlag einem Schlaganfall mit massiver Gehirnblutung.


Ich kann nur eines sagen: Es war ein schrecklicher Anblick sie so zu sehen, da es unerwartet kam war selbstverständlich jeder von uns im Schockzustand, jedoch bin ich heute froh, dabei gewesen zu sein, sie musste nicht alleine sterben, meine Mutter und ich hielten ihr je eine Hand.
Ich weiß nicht, ob meine Oma das noch mitbekommen hat, ich glaube eher nicht dass sie noch irgend etwas wahrgenommen hat, aber sie war nicht alleine, das ist wichtig.

Ich kann nur für mich sprechen, ich empfinde es positiv dabei gewesen zu sein, kenne aber auch Menschen, die das anders sehen, weil sie die Bilder nicht mehr vergessen können.
Hierzu muss ich noch sagen: "Ich werde die Bilder auch nicht vergessen, und es war wirklich ein schrecklicher Anblick, bevor sie starb, für mich zählt allerdings viel mehr, meine Oma war nicht alleine als sie starb."


Ich denke mir: "Meine Oma hat das sterben hinter sich, wir alle haben es noch vor uns."
Manche Leute glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Dabei war es in Wirklichkeit nur Buchstabensuppe.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blizzy« (22. Januar 2009, 22:37)


5

Freitag, 23. Januar 2009, 14:31

Danke für eure ehrlichen und sehr persönlichen Antworten! :gruppe:

Zitat

Original von Blizzy
Ich kann nur für mich sprechen, ich empfinde es positiv dabei gewesen zu sein, kenne aber auch Menschen, die das anders sehen, weil sie die Bilder nicht mehr vergessen können.
Hierzu muss ich noch sagen: "Ich werde die Bilder auch nicht vergessen, und es war wirklich ein schrecklicher Anblick, bevor sie starb, für mich zählt allerdings viel mehr, meine Oma war nicht alleine als sie starb."

Ich denke mir: "Meine Oma hat das sterben hinter sich, wir alle haben es noch vor uns."


Alleine sein in so einer Situation fände ich auch schrecklich und ich denke und hoffe, dass sie auf keinen Fall alleine da sein wird, meine Mutter wird 100%ig dort sein. Ich weiß halt einfach nicht, ob ich diese Erfahrung so gut wegstecken kann, ich kenne mich da eigentlich recht gut. Das soll jetzt nicht nach einer Ausrede klingen, aber was Verluste von geliebten Menschen angeht, bin ich irgendwie ... gebrandmarkt oder wie man das nennen kann, ich stecke das einfach nicht gut weg, da gab's schon einige Situationen ...

Gelöscht

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6

Samstag, 24. Januar 2009, 20:07

liebe gali,

zunächst wünsche ich dir verdammt viel kraft und stärke mit dieser situtation umgehen zu können. ich denke, wie maxxx es bereits beschrieben hat, ist der umgang mit dem thema tod und sterben für menschen generell äußerst schwierig und letztenendes muss jeder für sich entscheiden ob und in welchem maße er/sie mit damit umgehen kann. es gibt sicherliche keinen standardisierten weg mit dem tod eines geliebten menschen umgehen zu können.

andererseits glaube ich auch, dass man sich besser damit abfinden kann einen geliebten menschen verloren zu haben, wenn man weiß, dass jener die möglichkeit gehabt hat sich zu verabschieden und seinen letzten gang nicht völlig alleine gehen zu müssen und man der person alles gesagt hat, was einem wichtig war.

beim sterben eines menschen bin ich noch nicht dabei gewesen, insofern kann ich keine persönlichen erfahrungen mitteilen.
allerdings habe ich schon einige tote menschen in meinem leben gesehen. bis jetzt habe ich diese art des verabschiedens auch nicht bereut. meine oma ist vor 12 jahren gestorben und ich habe sie noch einmal besucht bevor der sarg für immer verschlossen wurde. sie sah so friedlich und zufrieden aus, sodass ich das gefühl hatte, dass sie mit sich und der welt im reinen gewesen ist, als sie für immer von dieser welt gegangen ist. das war ein(e) ganz schöne(s) gefühl/vorstellung. vielleicht lag dieser eindruck auch an der tatsache, dass sie keine angst vor dem tod hatte und friedlich im alter von 83 jahren eingeschlafen ist, also ein erfülltes, langes und bewegtes leben und keinen langen oder schmerzhaften tod hatte.

mir hat das alles geholfen, so dass ich mich oft an schöne zeiten, kindheitserlebnisse mir ihr erinnern konnte und ihren tod eigentlich recht gut verarbeitet habe.

ich denke, dass dir keiner wirklich einen ratschlag geben kann, was für dich das beste ist. mache einfach das, was du fühlst und sei geduldig und liebevoll im umgang mit dir selbst. sage deiner oma all die dinge, die dir wichtig sind, dass sie sie weiß und sage ihr noch einmal wie sehr du sie liebst.

ich drücke dich und wünsche dir alles erdenklich gute damit klarzukommen :knuddel:

es tut mir unendlich leid für dich.

alles liebe
die ...

anderyy

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7

Montag, 26. Januar 2009, 15:53

Der Tod eines geliebten Menschen ist immer schwierig. Mit dem Sterben umzugehen, habe ich durch die Arbeit gelernt und auch ein Toter schreckt mich nicht.
Doch ich habe nie wirklich durchgemacht mich von einem sterbenden Angehören zu verabschieden. bei meiner Oma war ich zu klein um es wirklich zu verstehen und bei meinem Opa hab ich es erst viel später erfragt.
Aber ich kann verstehen wie schwer sowas ist und das du Angst vor diesem Anruf hast.


*dich mal ganz lieb drück*
Es gibt Dinge, die wachsen nicht auf Bäumen,
die lernen wir nicht in Schulen und die gibt es nirgendwo zu kaufen.
Es ist dìe Kunst, die Welt mit dem Herzen zu sehen.

8

Montag, 26. Januar 2009, 21:02

Hallo zusammen

Ich wurde zum Glück noch nicht oft mit dem Tod konfrontiert ... kann damit aber auch nicht umgehen.

Als Kind habe ich den Tod meines Urgroßvaters z. B. gar nicht so wahr genommen. Ich war noch recht klein, mochte meinen Urgroßvater total gerne. Als er dann starb und meine Eltern mich darüber informierten, vergoss ich zwar schon leichte Tränen ... aber am nächsten Tag dachte ich nicht mehr daran.

Als das Baby meines Bruders vor ein paar Jahren starb, war es für mich schon schlimmer. Obwohl ich das Baby nie gesehen habe, konnte ich den Gedanken nicht ertragen, dass so ein kleines Wesen sterben muss. Als ich dann den kleinen Sarg sah, brach ich am Grab fast zusammen. Es war einer der schlimmsten Momente, den ich bisher erlebt habe und dieser Anblick geht mir auch nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe lange gebraucht, bis ich überhaupt ein Foto des Kleinen ansehen konnte. Das dauerte über ein Jahr!! Ich wollte einfach das Bild des Sarges nicht mit dem Kleinen in Verbindung bringen ...

Ganz schlimm wurde dann auch der Tod meines Hundes vor eineinhalb Jahren. Sie war für mich einfach ein wichtiger Bestandteil im Leben und mein Ein und Alles. Ich unterscheide hier nicht zwischen Mensch und Tier. Es ging ihr schon lange schlecht, sie war schon lange krank und indirekt wussten wir alle, dass es bald so weit sein würde. Aber in dieser Hinsicht bin ich gut im Verdrängen und wollte es nicht wahr haben, hing mich an jede noch so kleine Besserung. Als meine Eltern dann meinten, dass es jetzt wirklich nicht mehr gut aussah, habe ich lange überlegt, ob ich meine Kleine noch einmal sehen und ihr in den letzten Stunden beistehen will. Ich habe mich zunächst dagegen entschieden, weil ich es nicht ertragen konnte, sie so "anders" und später tot zu sehen. Als ich mich schließlich fast überwunden hatte, doch hinzufahren, rief mich meine Mutter an, dass sie nun im Regenbogenland ist. Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht, dass ich zum Schluss nicht bei ihr war und konnte es mir lange selber nicht verzeihen. Ich hielt mich für schlecht, weil ich sie "im Stich gelassen" hatte. Letzten Endes und mit ein wenig Abstand betrachtet weiß ich, dass es so besser war. Denn so habe ich sie noch in Erinnerung, wie ich sie das letzte Mal lebend gesehen habe. Wie sie mich noch abgeschleckt hat und "besser drauf" war. Ansonsten würde das Bild wohl vom "Totenbild" verdrängt werden und diesen Gedanken könnte ich nicht ertragen.

Ich für mich weiß, dass es besser ist, die Menschen und Tiere noch "lebend" in Erinnerung zu haben.

Viele Grüße
Manuela

9

Donnerstag, 29. Januar 2009, 09:15

Zitat

Original von Sheridane
Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht, dass ich zum Schluss nicht bei ihr war und konnte es mir lange selber nicht verzeihen. Ich hielt mich für schlecht, weil ich sie "im Stich gelassen" hatte. Letzten Endes und mit ein wenig Abstand betrachtet weiß ich, dass es so besser war. Denn so habe ich sie noch in Erinnerung, wie ich sie das letzte Mal lebend gesehen habe. Wie sie mich noch abgeschleckt hat und "besser drauf" war. Ansonsten würde das Bild wohl vom "Totenbild" verdrängt werden und diesen Gedanken könnte ich nicht ertragen.


Hallo liebe Sherry! :knuddel:

Du empfindest genauso wie ich, das beruhigt mich irgendwie, denn wir scheinen da die gleichen Probleme mit dem Verarbeiten zu haben. :drueck: Bei meinem ersten eigenen ("richtigen") Haustier war das auch so, ich konnte am Ende nicht mit dabei sein, als er eingeschläfert wurde, weil ich auch gewusst hätte, dass ich das Bild nicht hätte verarbeiten können.
Die Vorwürfe werden wir uns wohl anschließend immer machen müssen ...

Meiner Oma gehts im Moment halbwegs gut. Letztens dachte ich sogar kurz, dass ich es vielleicht doch schaffen könnte ihr beizustehen. Meine Mutter gestand mir letztens sogar, dass sie sich auch manchmal wünscht, das Heim würde anrufen und sagen sie wäre schon tot. Das klingt jetzt böse, soll aber nicht so sein. Durch die Belastung dieser Situation sind haben wir einfach nur noch ein sehr dünnes Nervenkostüm. Bei mir muss mittlerweile nicht mehr viel passieren und ich kriege einen Heulkrampf ... ich hoffe wirklich, dass es bald vorbei ist. :(

10

Donnerstag, 29. Januar 2009, 20:16

Zitat

Original von Galaktika
Durch die Belastung dieser Situation sind haben wir einfach nur noch ein sehr dünnes Nervenkostüm. Bei mir muss mittlerweile nicht mehr viel passieren und ich kriege einen Heulkrampf ... ich hoffe wirklich, dass es bald vorbei ist. :(


Das kann ich verstehen. Auch, wenn es sich böse anhört - aber das ist es nicht. Im Endeffekt ist es nur ein Leiden ... sowohl für Deine Oma als auch für Euch. Für Deine Oma wäre es sicher eine Erlösung, denn vermutlich hat sie ja auch Schmerzen?! Und für Euch wäre es irgendwie auch eine "Erleichterung". Selbst, wenn es anfangs schmerzvoll ist, aber wie Du schon sagst: Es ist ein ständiges "warten" und irgendwann hat man auch keine Nerven mehr.

11

Freitag, 30. Januar 2009, 09:23

Danke, Sherry. :drueck:

Habe gestern mit meiner "SchwieMu" darüber gesprochen und die hat ihre Mutter damals begleitet bei den letzten Atemzügen. Sie hat das als ein sehr schönes Erlebnis beschrieben, denn sie konnte ihrer Mutter die Angst vor dem Tod nehmen, indem sie von irgendwelchen Lichtern hinter einer Tür oder so gesprochen hat (sie hatte vorher Bücher gelesen, in denen es um Nahtoderlebnisse ging).

12

Samstag, 7. März 2009, 08:38

Einen Menschen zu verlieren den man liebt ist immer schwer und jeder geht anders damit um, jeder verarbeitet es anders

Ich hab viele verloren die ich geliebt habe, meine Tante da war ich 10, meinen Neffen und meinen Vater als ich 18 war, meinen Großvater 2 Jahre später, meine Nichte, meinen Bruder und viele andere, irgendwie scheint der Tod meine Familie zu mögen, es gibt nicht mehr viele die er sich holen könnte und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, lebe ich bewusst und versuche jeden Tag zu nehmen wie er kommt, ich geh nie im Streit mit irgendwen auseinander und ich sage meinen Kindern jeden Tag das ich sie liebe..gg..sie nervt das manchmal, aber für mich ist es wichtig.

Deine Großmutter wird auch nach ihren Tod immer bei dir sein, solange du sie liebst, wird sie unvergessen sein.
Aus den Steinen die ihr mir in den Weg legtet,
hab ich mir ein Schloß gebaut

13

Montag, 22. Juni 2009, 08:38

Es ist wohl bald soweit, meine Mutter rief mich gestern Abend an. Meine Oma hat wohl Atembeschwerden bekommen, der Notarzt musste kommen und nun hängt sie an einer Maschine die ihr beim Atmen helfen soll. Der Arzt meinte aber auch, dass es jetzt "jeder Zeit" passieren kann. Jede Sekunde, maximal noch ein paar Tage.

Ich würde nicht sagen, dass bei mir jetzt schon die Nerven blank liegen, ich bin "irgendwie" vorbereitet und will auch hin, wenn es soweit ist, obwohl ich trotzdem Angst habe ... naja.

Ich fahre heute, spätestens aber morgen hin.

anderyy

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14

Montag, 22. Juni 2009, 11:29

Ach Gali das klingt gar nicht gut. *dich mal fest in den Arm nehm*
Es gibt Dinge, die wachsen nicht auf Bäumen,
die lernen wir nicht in Schulen und die gibt es nirgendwo zu kaufen.
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15

Montag, 22. Juni 2009, 13:32

Danke, liebe anderyy! :knuddel:

Kurz nachdem ich hier gepostet habe ist mir dann doch die Decke auf den Kopf gefallen. Zum Glück konnte meine beste Freundin vorbei kommen um mich zu trösten. Gleich treffe ich mich mit meinem Onkel im Altenheim. :rolleyes:

16

Montag, 22. Juni 2009, 17:43

Ich kann deine Angst davor gut verstehen. Gut finde ich, dass du für dich entschieden hast sie auch in der Situation zu besuchen, das wird zwar sicher nicht einfach sein aber im Endeffekt denke ich wird dir das sehr helfen und deine Oma freut sich bestimmt auch wenn du noch einmal da bist.

Ich wünsch dir ganz ganz viel Kraft und für deine Oma hoffe ich, dass sie nicht mehr viel leiden muss. Bislang war es ja wohl doch ein recht langwieriger Krankheitsverlauf :(
Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
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17

Montag, 22. Juni 2009, 17:58

Auch ich drücke Dich mal ganz fest, liebe Gali :knuddel:

Ich kann das momentan sehr gut nachvollziehen, wie Du Dir anhand meiner letzten Postings bestimmt denken kannst.

Ich finde es bewundernswert, wenn Du Deine Oma noch einmal sehen möchtest. Obwohl ich es auch fest vor gehabt hatte, meinen Opa nochmals zu besuchen, muss ich sagen, war es besser, dass ich ihn so in Erinnerung behalten konnte, wie ich ihn noch kannte und nicht, wie er schon am Ende seines Lebens da lag. Aber vielleicht denkst Du ja anders und Deine Oma freut sich bestimmt, wenn Du noch einmal da bist. Mein Opa hätte mich vermutlich gar nicht mehr gekannt ... :(

Es wird eine schwierige Zeit auf Dich zukommen, denn auch, wenn man sich eine Weile drauf eingestellt und es sich immer vor Augen gehalten hat, trifft es einen dann doch ziemlich. Aber trotz des Schmerzes - es gehört dazu und zeigt, wie wichtig einem der Mensch war.

Ich bin mir sicher, dass es auch für Deine Oma eine Erlösung sein wird, nach all dem, was Du erzählt hast. Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Tage!

18

Montag, 22. Juni 2009, 22:45

Gali :drueck: ,

ich kann mich Sheridanes Worten nur anschließen. Ich finde es wirklich stark und bewundernswert von dir, dass du deiner Oma in den letzten Stunden ihres Lebens nahe sein willst und ihr somit zeigst, dass sie nicht allein ist.
Die nächste Zeit wird keine einfache und dafür wünsche ich dir und deinen Angehörigen unendlich viel Kraft diese zu überstehen!
Nimm dir die Zeit mit deiner Oma, sie wird dir dankbar sein, ganz bestimmt!

Drück dich ganz fest :knuddel:
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge,
sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben!

19

Dienstag, 23. Juni 2009, 09:44

Ich danke euch! :knuddel:

Als ich sie gestern besucht habe war es gar nicht so schlimm wie gedacht. Sie sah zwar noch schwächer und eingefallener aus (konnte auch nicht mehr sprechen bis auf ein paar Worte die schwer verständlich waren), aber irgendwie hat mich meine Professionalität durch die Arbeit "geschützt" oder mir einfach nur geholfen besser mit ihr umzugehen.

Deshalb konnte ich sie auch streicheln, kämmen und ihr ihr Lieblingsparfüm draufmachen. An dem Beatmungsgerät hing sie nicht, das bekommt sie wohl nur alle drei Stunden dran. Weiß jemand warum? :nixweiss:
Das Atmen fiel ihr jedenfalls extrem schwer, sie hat wohl auch mehrmals Aussetzer wo sie gar nicht mehr atmet ... :schade:

Mit uns spricht sie gar nicht über den Tod oder ihre Gefühle (hat sie ja noch nie getan), was der Situation allgemein auch etwas komisches gibt, weil der Zeitpunkt bevorsteht und ich gar nicht weiß inwieweit sie sich auf den Tod vorbereitet. Sie hält uns ja so gesehen komplett raus, warum weiß ich nicht. Die Pflegerinnen meinten zu mir, dass sie evtl. das Gefühl haben als ob meine Oma noch auf jemanden wartet, den sie vielleicht nochmal gerne sehen würde ... gerade sehr entfernte Verwandte kämen da wohl in Frage.

Da sie mit uns ja über soetwas nicht spricht wird das schwierig. Da müssen wir eng mit den Pflegerinnen zusammenarbeiten um etwas herauszubekommen. So fällt es aber auch schwer mit ihr zu sprechen und ihr vielleicht etwas zu sagen wie "du kannst aber loslassen".

anderyy

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20

Dienstag, 23. Juni 2009, 10:48

Ich kenn mich jetzt zwar auch nicht so gut aus. Aber ich denke sie hängt nicht mehr an der Beatmungsmaschine, weil es nur künstlich ihr Leben verlängern würde und weil sie sediert sein muss um darunter atmen zu können. Und so reagiert sie wenigstens auf eure Anwesenheit. Wie gesagt ist nur meine Vermutung dazu.
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