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Montag, 18. April 2011, 11:16

Das Leben: Durchplanen oder auf sich zukommen lassen?

Ich staune schon länger über eine Person im Kollegenkreis und dazu fiel mir heute diese Frage ein:

Was findet Ihr besser? Sein Leben akkribisch durchplanen und nichts dem Zufall überlassen ... oder auch mal etwas auf sich zukommen lassen ... oder eine Mischung aus beidem?

Eine Kollegin von mir plant ihr Leben systematisch durch und überlässt nichts, aber rein gar nichts, dem Zufall. Als es vor ein paar Jahren um ihre Hochzeit ging, wurde diese von der ersten bis zur letzten Minute durchgeplant. Alles musste perfekt sein. Sogar die Einrichtung des Gasthauses musste ihrem Geschmack entsprechen und was nicht gefiel, wurde kurzerhand umdekoriert. Später ging es dann ums Kinder kriegen. Sie wollte jetzt ein Kind, also musste es jetzt passieren. Als es andauerte, da es heutzutage eben noch keine Babys auf Bestellung gibt, wurde sie leicht depressiv, denn das erste Mal in ihrem Leben konnte sie das nicht selber bestimmen und musste geduldig warten. Das brachte andere Pläne durcheinander und plötzlich hing alles irgendwie schief. Aktuell geht es gerade um einen internen Jobwechsel, der am besten sofort und auf Bestellung erfolgen soll. Natürlich klappt das nicht auf Anhieb, aber es "war doch so geplant". :rolleyes:

Ich finde das irgendwie eigenartig. Man sollte doch auch mal ein paar Dinge auf sich zukommen lassen, oder?

Bin auf Eure Meinungen gespannt.

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2

Montag, 18. April 2011, 12:09

Helmuth von Moltke (1800 - 1891) sagte bereits:

"Kein Plan überlebt die erste Feindberührung...."


und schon die alten Griechen (oder waren es die Römer?) meinten:

"Einen Plan den man nicht ändern kann, ist ein schlechter Plan"


Was ich daraus für mich persönlich ableite ist: Man kann Pläne schmieden so viel man will, aber sobald es ans 'Eingemachte' geht muss man damit rechenen das einiges anders kommt als man geplant hat (weil ja auch 'die Anderen' Pläne schmieden :gg: )und muss improvisieren können, sollte man dafür nicht die nötigen Freiräume haben, wird man scheitern.

Ein minütlich durchgeplantes Leben ist mMn schlecht - es kann immer irgendwas dazwischen kommen und da ein Problem niemals allein kommt, hat man früher oder später den Arsch offen.
Das meiste ergibt sich sowieso von selbst: Ich weiß seit eineinhalb Jahren das ich in einem halben Jahr eine neue Wohnung brauch: Gesucht, gefunden, Kredit aufgenommen, gekauft - also ist mein Plan für die nächsten zehn Jahre den Kredit zurückzuhalen :gg:

Ich schmiede viel Lieber Konzepte, da ist man viel flexibler:

Anderes Beispiel:
Mein Vater und ich lackieren grade unser Segelboot. Laut 'Plan' sollte das 14 Tage dauern....nun ja, da ja immer was dazwischenkommt und passiert hab ich mir drei Wochen Urlaub genommen....und was soll ich sagen: gut wars - inzwischen werkeln wir seit 17 Tagen und wenn jetzt nichts mehr passiert werden wir am Donnerstag - einen Tag vor Urlaubsende - fertig :gg:

Maja

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3

Montag, 18. April 2011, 21:27

Ich habe früher gerne auch alles immer geplant. Weil ich mir dachte, es gibt mir eine gewisse Sicherheit im Leben, wenn ich nichts dem Zufall überlasse.
Seitdem ich nicht mehr alles bis ins Letzte plane, den Dingen ihren Lauf lasse, lebe ich definitiv ruhiger. Denn das Leben hat so viele Überaschungen parat, wer will da schon alles planen und manch nicht geplante Sache verpassen?

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4

Montag, 18. April 2011, 21:58

Was ich oben vergessen habe ist zu erwähnen, das ich meine 'Tätigkeiten' für gewöhnlich nicht länger als drei bis vier Tage im voraus Plane. Dazu im krassen Gegensatz steht mein Dienstplan - den ich zwei Monate im voraus schreiben muss und der sich auch schlagartig ändern kann wenn wer krank wird oder so. So gesehen bin ich dazu gezwungen improvisieren zu können und spontan zu sein.

5

Dienstag, 19. April 2011, 09:43

Ich habe da schon meine Pläne für die Zukunft, erstmal das Informatikstudium und Sportwissenschaft, dass sind meine großen Ziele. Wie es dann beruflich aussieht hab ich auch schon meine Vorstellungen, aber das kann sich bis dahin bestimmt noch ändern. Ich plane nicht, ich stecke mir Ziele!

Ich sag mal so, cool von einen Tag in den anderen, viel Spass haben mit Freunden und a bissl cillen.

Meine Eltern planen zur Zeit mehr an meinem Leben rum als ich, manchmal so richtig nervig wenn alles so genau geplant werden muss.

6

Mittwoch, 20. April 2011, 07:54

Klar - gewisse Dinge muss man planen. Da führt kein Weg dran vorbei. Aber ich finde es schon krankhaft, wenn man jede Sache bis ins kleinste Detail plant, auch oder vor allem im privaten Bereich.

7

Mittwoch, 20. April 2011, 12:57

Karrieretechnisch plane ich auf jeden Fall. Im privaten Bereich plane ich nur gewisse teure Anschaffungen und grob auch das Leben an sich z.B. plane ich so binnen 2 bis 3 Jahren auch mal eine wohntechnische Veränderung die dann vielleicht auch Auswirkungen auf mein sonstiges Privatleben hat.

Freizeittechnisch plane ich langfristig nur größere Vorhaben, ansonsten ergeben sich viele Vorhaben spontan wobei ich auch diesbezüglich oft schon auf Wochen theoretisch ausgebucht bin. Aber das ändert sich eh meist spontan wieder und das ist auch gut so.
Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten.

8

Mittwoch, 20. April 2011, 13:21

Ich bin kein Freund von großen Planungen. Weder "beruflich" noch privat.
Die letzten Jahre haben mir deutlich gezeigt, dass es nichts bringt, irgendwas zu planen oder sich auf gewisse Dinge festzulegen. Klar, es gibt Veranstaltungen, die fest im Terminkalender stehen, aber sowas wie einen geregelten Tagesablauf gibt es bei mir nicht.
Solange es mein Leben noch zulässt, handle ich relativ spotan, ohne feste Zeiten einhalten zu müssen. Zu einer bestimmen Zeit hier und dort und dies und jenes zu machen und alles schon Tage im Voraus zu wissen ist nicht mein Ding. Wo bleibt denn da der Raum für Spontanität und Zwischenfreuden?

Da fällt mir auch immer wieder ein Zitat von John Lennon ein: "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen."

Das Beispiel von Sheridanes Kollegin zeigt ja auch deutlich, dass die Leute, die alles minutiös durchplanen total schnell ins Straucheln kommen, sobald mal was neben der Reihe passiert, was so nicht einkalkuliert ist. Da ist dann halt auch die Frage, inwieweit es diese Personen aus der Bahn wirft und wie schnell sie in der Lage sind, sich an die neue Situation anzupassen. Aber wahrscheinlich existiert für solche Fälle dann immer noch ein Notfallplan ;)
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge,
sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben!

9

Mittwoch, 20. April 2011, 19:10

Da fällt mir auch immer wieder ein Zitat von John Lennon ein: "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen."
Daran musste ich auch denken. Und dann fällt mir noch ein (obwohl ich absolut nicht gläubig bin):

Der Mensch denkt
Gott lenkt



Wer will, kann ja Gott durch Zufall ersetzen. Ich plane zwar viel, weiß jedoch genau, dass alles anders kommen kann.
Grüße vom Gyuri

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10

Mittwoch, 20. April 2011, 22:48

Plan B :)

Aber wahrscheinlich existiert für solche Fälle dann immer noch ein Notfallplan ;)


Gutes Stichwort: Notfallplan.
Ein Plan B - habt ihr sowas?
In dieser Hinsicht bin ich doch jemand der sehr auf Sicherheit bedacht ist: Bei wirklich wichtigen Dingen - sowohl privat als auch beruflichlich - achte immer darauf zumindest konzeptmäßig einen 'Plan B' in der Schublade zu haben damit ich - falls Plan A schief geht :gg: - nicht lange herumdenken und planen muss sondern recht schnell auf der neuen Schiene weiterfahren kann.

Wie haltet ihr das?

11

Mittwoch, 20. April 2011, 23:25

Ha, und nach Plan B kommt dann Plan C ?

Nö, hab keinen Plan B, brauch ich auch nicht, is ja blöd, dann müsste man zwangsweise immer doppelt planen.

12

Donnerstag, 21. April 2011, 06:56

Je kritischer die Durchführung von Plan A von mir beurteilt wird, desto eher lege ich mir vorsorglich einen Plan B zurecht.

Einen Plan C gibt es schon deshalb nie, weil ja der Plan A dann bereits verworfen ist (vergessen und vorbei) und ich B in A umbenennen kann.

Wollte ich aber alle Pläne auflisten, was ich aber kaum mache, da ich kein Historiker bin, würde ich die Pläne mit "A", "B1", "B2" … "Bn" bezeichnen. ;)
Grüße vom Gyuri

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13

Donnerstag, 21. April 2011, 08:28

Wenns um die 'Nomenklatur' geht ist mein großer Lebens-Masterplan aktuell Plan E :gg:

(Plan A war Jetpilot werden :gg: )

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