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Dogmatiker

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1

Dienstag, 22. Februar 2011, 23:31

Soll Guttenberg zurücktreten?

Die deutschen Oppositionsparteien schießen sich in Anbetracht der sich erhärtenden Plagiatsvorfürfe betreffend Guttenberg's Dissertation 'Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU' immer mehr ein und Rücktrittsforderungen werden laut. orf

Rein aus der Ferne betrachtet erscheint Guttenberg ja wie der neue Strahlemann Deutschlands - seriös, kompetent, gebildet, wortgewandt. Eine Erscheinung die der politischen Landschaft sicher guttut und die das Land gebraucht hat. Nun aber ein schwarzer Fleck auf der weißen Weste...

Deswegen meine Frage an euch (primär die deutschen User): Sollte Guttenberg zurücktreten wenn er tatsächlich 'abgeschrieben' hat?

Ich persönlich sage 'nein' - aus meiner geringen akademischen Erfahrung weiß ich das jeder Abschreibt - der eine besser, der andere schlechter - er hats halt anscheinend schlecht gemacht.

Aber ich sitze ja auch hier in der Alpenrepublik und in Wirklichkeit kanns mir Wurscht sein :gg:

2

Mittwoch, 23. Februar 2011, 08:01

HI ... also ich habe ja engeklickt ... es geht ja nicht im dieses allgemeine Abschreiben, das das viele machen ist bekannt, ich glaube hier geht es mehr um politische Verantwortung, er ist für mich einfach unglaubwürig ... aber nicht nur durch diesen Vorfall, es gab in der Vergangenheit einfach schon so viele Situationen in denen er sich meines Erachtens falsch verhalten hat .....

3

Mittwoch, 23. Februar 2011, 09:38

Ich bin zwar der Meinung, ihm und allen Doktores, die man so überführt hat, gehört kräftig eins über die (Doktor-)Mütze gezogen, mit seinem Politischen Amt hat das aber nichts zu tun. Würde man es auch akzeptieren (vielleicht dummes Beispiel), wenn einer seinen Job verliert, weil er vielleicht im Urlaub im Ausland betrunken eine rote Ampel übersehen hat? Wohl gemerkt: bei diesem Vergehen werden Menschenleben gefährdet, bei so einem Doktortitel hat sich der Betreffende nur mit ihm fremden Federn geschmückt. Mich wundert nur, wozu er sich überhaupt so nen Titel zugelegt hat. Andere lassen sich von Adligen adoptieren um einen schicken Namen zu bekommen. Er hatte ihn doch schon durch Geburt. 8|

Ich gehe sogar noch in meiner Vermutung weiter, ohne es beweisen zu können. Ich glaube nie und nimmer, dass er seine Arbeit selbst geschrieben hat, sonst hätte er wissen müssen, dass da ganz viele Quellennachweise fehlen. Der "Ghostwriter" war halt ein Schlitzohr oder dumm oder beides - sicherlich aber nicht billig.Kosten, die man aber nicht einklagen kann. :D

An seiner Arbeit in der Politik gibt es nichts auszusetzen und darum soll er bleiben. Das sagt einer, der seine Stimme noch nie im Leben der CDU/CSU gegeben hat und es auch Zukünftig nicht tun wird.
Grüße vom Gyuri

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
(Karl Valentin)

4

Mittwoch, 23. Februar 2011, 11:18

Hallo zusammen

Ich kenne mich in/mit der Politik zwar nicht wirklich aus, um eine richtige Aussage treffen zu können, rein vom Gefühl her - und was ich auch in den Medien mitbekommen habe - fände ich einen Rücktritt jedoch völlig überzogen.

Meiner Meinung nach wird das Thema von den Medien wieder ziemlich hochgepuscht und ich denke, dass man etwas finden "wollte", um ihm an den Karren zu fahren. Wenn man was finden will, dann findet man auch etwas. Und wenn es diese lächerlichen Plagiatsvorwürfe sind. Es ist ja noch gar nicht bestätigt, dass er wirklich "abgeschrieben" hat. Behaupten kann man natürlich viel.

Ob er den Doktortitel hat oder nicht - das ist doch völlig egal. Wichtig ist, was er in seinem Amt macht und ich persönlich fand das nicht das Schlechteste (perfekt ist kein Politiker).

Meine Gedanken sind eher die: Er musste diese Doktorarbeit ja abgeben - sie wurde ja normalerweise geprüft. Wenn sie wirklich so fehlerbehaftet gewesen wäre, warum hat es dann niemand gemerkt? Dann kann die Kontrolle ja auch nicht sonderlich gut gearbeitet haben ...

Aber wie gesagt: Das ist meine eigene bescheidene Meinung.

Dogmatiker

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5

Mittwoch, 23. Februar 2011, 21:07

Ich sehe das auch so: Man wollte bei ihm einfach etwas finden.
Frappierend finde ich nur das man solche Plagiatsvorwürfe im Nachhinein überhaupt erheben und dann auch noch Beweisen kann - immerhin musste die Arbeit ja schon mal geprüft werden...

Inzwischen wurde ihm übrigens der Doktortitel aberkannt - die Plagiatsvorwürfe bleiben derzeit aber noch offen, die Universität spricht nur von das 'wissenschaftliche Standards nicht eingehalten worden seien'. orf

6

Mittwoch, 23. Februar 2011, 22:20

Wenn die Oposition am schreien ist, zu Guttenberg soll deswegen zurücktreten, dann müssten aus deren Reihen zahlreiche Politiker ebenfalls den Hut ziehen, die in der Vergangenheit meines Erachtens nach größeren Bockmist gebaut haben.

Da die Oposition keine bessere Politik auf Lager hat, müssen eben die Leute in ein schlechtes Licht gerückt werden. Das ist die moderne Politik.
We could just go home right now, or maybe we could stick around, for just one more drink....

7

Samstag, 26. Februar 2011, 16:16

Vorweg: Ich bin nun nicht gerade ein Unionsanhänger aber ich würde über einen Minister egal welcher Partei das gleiche sagen.

Schummeln bei wissenschaftlichen Arbeiten ist sicherlich weit verbreitet. Aber von einen Minister, der unser Land repräsentiert und der selbst stets und ständig von Ehrlichkeit und Ehre redet erwarte ich derlei Sachen nicht. Es ist wohl zwischenzeitlich ziemlich klar, welche Ausmaße das Ganze hat. Da wurden nicht nur eine Reihe Fußnoten "vergessen", da wurde wirklich dreist kopiert. Es gibt so einen Wiki der die Doktorarbeit prüft und ich habe mir nur einige Seiten angeschaut und war echt verblüfft, wie nah am Originaltext er auf jeder dieser Seiten viele viele Zeilen formuliert hat. Da stimmten zwar tlw. die Fußnoten, das macht es aber nicht besser.

Nun spricht das Ganze so nebenbei bemerkt auch nicht für die Hochschule an der er promoviert hat. Die haben es mit der Betreuung und Kontrolle wohl nicht sonderlich ernst genommen, auch sehr peinlich.

Negativ in dem Zusammenhang finde ich auch, dass der Herr Minister auch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages benutzt hat. Die Quelle hat er zwar angegeben (wenn auch nicht korrekt) aber hier nicht ganz unerhebliche Teile seiner Doktorarbeit auf Steuerzahlerkosten recherchieren zu lassen ist gelinde gesagt eine Riesensauerei. Angeblich soll er die Recherche ursprünglich für eine Rede haben anfertigen lassen, das ist aber a) nicht zuweifelsfrei belegbar und b) kann so eine Rede auch schnell als Alibi ins Progrmm geschoben zu werden um das Endergebniss dann praktischerweise auch noch für die private Doktorarbeit abstauben zu können. Und das alleine sehe ich als Rechtfertigung, für einen Rücktritt.

Davon mal abgesehen, dass in der Privatwirtschaft manch einer genauso seinen Hut nehmen müsste bei solch einem Vorfall. Und das allein auf Veranlassung des Arbeitgebers, hier kommt hinzu dass der "Täter" eine Person ist, die unseren Staat nach außen repräsentiert. ICH bin nur ein ganz kleiner Diener unseres Staates, aber ICH müsste für die kleinste Kleinigkeit die dem Ansehen meines Arbeitgebers dem Land Berlin schadet geradestehen. Punkt.

Davon abgesehen, finde ich den Medienrummel nichtsdestotrotz auch sehr sehr übertrieben. Am peinlichsten ist übrigens die BILD. Traditionell ist sie ihm ja sehr freundlich gesinnt und die Printausgabe tönte, dass die Leser zu ihm stehen laut einer Umfrage. In der Onlineausgabe sah das Voting seltsamerweise genau entgegengesetzt aus ...

Die Töne der Oppsosition sind - so sehr ich ihnen in der Sache recht gebe - natürlich auch überzogen. In ihren eigenen Reihen wären sie sicher ruhiger. Für die ist das natürlich ein Politikum. Denen geht es weniger um die Sache als viel mehr um den Konkurrenten den sie hier demontieren können.

Guttenberg an sich war für mich persönlich der mit Abstand vielversprechenste Unionspolitiker für den ich trotz meiner Unionsantipathie eine Menge übrig hatte. Ich fand zwar mancherlei politische Amtshandlung nicht immer ideal (die Bundeswehrreform erschien mir nie sonderlich gut durchdacht) aber ich habe ihn als Angies Kronprinzen un Hoffnungsträger gesehen. Für mich war er einer der nächsten Bundeskanzlerkandidaten der CDU. Das dürfte jetzt schwierig werden. Wenn er sich überhaupt noch im Sattel halten kann. Ich finde es schade gerade eben weil er es ja anfangs sehr vehement bestritten hat aber ich bin definitiv für einen Rücktritt und zwar schleunigst!
Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten.

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8

Dienstag, 1. März 2011, 13:24

Guttenberg tritt zurück

Schade. Nach dem Skandal um die Plagiatsvorwürfe seine Doktorarbeit betreffend wirft zu Guttenberg das Handtuch. Angeblich liegt ein entsprechendes Rücktrittsgesuch Kanzlerin Merkel bereits vor. orf

Wie gesagt: Schade. Ich mochte ihn. Ich denke es spricht allerdings sehr für ihn, die Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zu ziehen. Den meisten anderen (v.a. österreichischen) Politikern, würde dafür das Rückgrat fehlen.

Bin gespannt was der weiter macht.

(Was Deutschland allerdings nicht zu wünschen ist, ich mir bei dem Mann allerdings auch nicht vorstellen kann, ist das es so eine 'ich bin weg - ich bin wieder da' Geschichte a la Jörg Haider wird :gg: )

9

Dienstag, 1. März 2011, 14:02

Ich sehe das auch so. Der Druck ist einfach zu groß geworden. Und wenn er wirklich so viele Fehler bei der Arbeit gemacht hat (wahrscheinlich viele auch bewusst) dann war das jetzt nur konsequent und auch unausweichlich. Alles andere wäre nicht mehr zu vermitteln gewesen, insbesondere denen nicht, die eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben haben oder noch schreiben werden. Nichtsdestotrotz finde ich Ihn auch weiterhin gut und hoffe, dass er irgendwann wieder auf die politische Bühne zurückkehrt. Gebrauchen kann man ihn in so einer profillosen Landschaft auf jeden Fall wieder ....
Stille Wasser sind auch nass.

10

Dienstag, 1. März 2011, 19:32

In der CDU/CSU sehe ich da ein Ende der Fahnenstange für ihn. Aber andere Tätigkeisfelder tun sich jetzt auf:

Wetten das? - da wird doch was frei und manipuliert ist da auch schon geworden.

Dschungelcamp - nach der militärischen Laufbahn ein Klacks für ihn.

Lindenstraße - eine gescheiterte Sissifigur : obwohl vielleicht hat Bully Herbig noch was für ihn.

DSDS - da kann man hinschicken wen man will, das Niveau wird auf jeden Fall steigen.

Und politisch:
Vielleicht könnte er mit Andrea Ypsilanti und/oder Gabriele Pauli etwas auf die Beine stellen?

Wie ganz am Anfang gesagt: Wegen mir hätte er nicht gehen müssen. Aber als wechselnder Sympathisant stets anderer Parteien als der Union ist es mir vielleicht sogar so lieber. Einer, der seiner Hochschule 700000 € spenden kann, wird auch sicherlich nicht am Hungertuch nagen müssen, wenn er mal ein paar Jahre arbeitslos ist. Und bis dann bei ihm Hartz4 zum Greifen kommt, bekommt er sicherlich auch 5 bis 8 € mehr. :thumbsup:
:ironie:
Grüße vom Gyuri

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
(Karl Valentin)

11

Dienstag, 1. März 2011, 22:58

*über Gyuri grins :gg:*

Mein Beitragshighlight heute.

Zum Thema: Ich finde es die richtige persönliche Konsequenz von ihm, meinen absoluten Respekt denn das hätten echt wenige gemacht. Nur sein Argument, er tue das weil es auf dem Rücken der Truppe ausgetragen wird fand ich nicht ganz so prall. Was die Zukunft seines Postens angeht, bin ich sehr gespannt denn ich denke was Besseres als ihn, wird die Union nie aus dem Hut zaubern können. Und so bin ich mir sicher, dass er irgendwann auch wieder auf der politischen Bühne auftauchen wird. Nur eine Kanzlerkandidatur wird wohl jetzt ein für allemal gegessen sein. Und auf dem Posten hätte ich ihn früher oder später mal gesehen.
Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten.

12

Mittwoch, 2. März 2011, 07:42

Mal halbwegs ernsthaft, obwohl es für mich sicherlich wichtigere Themen gäbe:

… . Und so bin ich mir sicher, dass er irgendwann auch wieder auf der politischen Bühne auftauchen wird. Nur eine Kanzlerkandidatur wird wohl jetzt ein für allemal gegessen sein. Und auf dem Posten hätte ich ihn früher oder später mal gesehen.

In einer TV-Diskussionsrunde wurde F.J. Strauß genannt, der auch mal als Verteidigungsminister gehen musste und es dann noch zum Ministerpräsident gebracht hat.
Und ich füge noch hinzu: Obwohl er vorher und nachher in viele private und politische Affairen verstrickt war, aus denen er sich aber bis zum Schluss vortrefflich herauswinden konnte.

Ob nun Guttenberg wirklich eine Lücke in Bonn hinterlässt, oder nur in den Herzen, der sonst weniger politisch orientierten Wähler, sei dahingestellt. Spätestens bei der nächsten Bundestagswahl werden die Karten sowieso wieder neu gemischt. Wie immer das ausgeht wird dann die CSU (mit oder ohne Guttenberg) in der Union ein wichtiges Wörtchen mitzureden haben.


Nachtrag:
Gerade habe ich im Internet eine Guttenberg-Computertastatur entdeckt. :genau: Wer also noch keinen Doktortitel hat, unbedingt kaufen. :lol:
»Gyuri« hat folgendes Bild angehängt:
  • guttenberg_tastatur.jpeg
Grüße vom Gyuri

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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Gyuri« (5. März 2011, 07:58)


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