Urlaub in Ungarn?

  • Ungarn, so habe ich mir sagen lassen, ist bei weitem nicht mehr so interessant. Wer kostengünstig Urlaub machen will, fährt angeblich lieber in die Türkei … :gruebel:


    Das mag vielleicht auf den potentiellen "Ballerman-Urlauber" zutreffen, der nach Pauschalurlaub irgendwo interessiert ist und der mit dem Land und den Leuten nichts am Hut hat. Dieser Urlauber bucht dann auch nur, was ihm bei YouTube, Goggel & Co. angeboten wird, weil dort ein Computer einem sagt, was man so zu wollen hat. :ohoh:


    Ungarn ist nicht mein Lieblingsland, weil man dort am Balaton (=Plattensee) endlos abfeiern kann. :tanz::liebe: :saufkumpels::alk::mampf:

    Mich interessieren dort primär die Menschen. Mit ihnen in Kontakt kommt man deutlich leichter, wenn man ein paar Brocken Ungarisch spricht. Obwohl: inzwischen können viele Junge auch Englisch. Die Älteren sprechen auch teilweise Deutsch … oder verstehen fast alles. Manche hatten auch Russisch in der Schule als Fremdsprache. Die meisten wollen aber nicht russisch reden…


    Mich würde hier interessieren, was ihr von Ungarn wisst und was euch vielleicht dazu bewegen könnte, dort Urlaub zu machen.

    Grüße vom Gyuri


    „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
    (Karl Valentin)

  • Was weis ich von Ungarn, na das mir die Ungarer viel, viel lieber sind als die Türken, das sie gelassenerer sind als wir, das sie gerne in Österreich arbeiten und in Ungarn leben, das viele eine oder mehrere Fremdsprachen sprechen, das einige sehr fleißig sind und andere nicht, ein Völkchen so wie wir und sie können nicht Autofahren, entweder rasen sie wie die Verrückten oder sie schleichen, hinter einen ungarischen PKW hinterherfahren ist echt Horror, du darfst 100 fahren der fährt 80 du darfst 70 fahren der fährt 50 im Ortsgebiert komischerweise fährt er 60 da könnte ich Geschichten erzählen das wäre dann mehrere Seiten voll, erst letzens hat mich einer überholt (mal wieder dier Rasertyp)nicht über die Speerlinie sondern gleich über die Speerfläche echt bei manchen stellen sich mir die Nackenhaare auf

    Aus den Steinen die ihr mir in den Weg legtet,
    hab ich mir ein Schloß gebaut

  • Das Fahrverhalten fiel mir auch schon auf.

    Was früher noch viel schlimmer war: Der Vorrang der Fußgänger auf Zebrastreifen ist in Ungarn "schon immer" genauso geregelt, wie bei uns.

    Es ist aber nach wie vor lebensgefährlich, sich blind darauf zuverlassen, dass ein Autofahrer hält. Halten tun meist nur Urlauber in Urlaubsgebieten.


    Ganz komisch ist aber die Regelung, dass man bei Bahnübergängen innerorts mit 30km/h fahren muss, außerorts mit 40km/h. Seit ein paar Jahren ist diese Regel scheinbar abgeschafft. An der Grenze wird nicht mehr darauf hingewiesen. Wer sich auskennt und seine Stoßdämpfer schonen will, sollte diesen alten "Brauch" aber weiter pflegen. Aber aufpassen (!) dass der nachfolgende Verkehr nicht auffährt.

    Grüße vom Gyuri


    „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
    (Karl Valentin)

  • (…) und sie können nicht Autofahren, entweder rasen sie wie die Verrückten oder sie schleichen, (…) du darfst 100 fahren der fährt 80 du darfst 70 fahren der fährt 50 im Ortsgebiert komischerweise fährt er 60 (…)

    :rofl: Darüber habe ich mir die letzten Stunden Gedanken gemacht und bin zu einer Erklärung gekommen, die das zwar nicht entschuldigt, aber verstehen lässt.


    Zuerst zu den Schleichern

    Das sind zum großen Teil Fahrer uralter Autos, aus der DDR oder auch westliche Autos mit sehr vielen Jahren auf dem Buckel. Viele Ungarn können sich heute noch kein "richtiges" Auto leisten. Andere haben zwar ein neueres Auto, jedoch auch ein für uns sehr geringes Monatseinkommen. Man muss aber bedenken, dass die Spritpreise in Ungarn etwas teuerer sind als in Deutschland und deutlich teuerer als in Österreich. Ich fahre durch Ungarn NIE auf Autobahnen und muss mich so auch im gemächlichen Verkehrsfluss einfügen. In meinem Auto kann ich meinen Spritverbrauch ständig kontrollieren. Normal brauche ich (in D) so um die 6,3 Liter Diesel auf 100km. In Ungarn sind es tatsächlich nur 4,5 Liter. (Der Hersteller gab einen Verbrauch von 4,4 Liter an)

    Es ist zwar nicht so sehr mein Anliegen, Spritgeld zu sparen, aber bei der Fahrweise klappt das ganz gut. EIn ungarischer Arbeiter muss mit dem drittel unserer gemeinsamen Mini-Rente auskommen. Der fährt dann nur so viel wie nötig und mit geringstem Verbrauch. Es ist aber schon klar, dass man so ewig unterwegs ist. Wer die Gegebenheiten in ungarischen Orten kennt :gg:, fährt innerorts am "oberen Limit".


    Jetzt die Raser

    Da gibt es auch zwei Verschiedene. Die einen haben viel mehr Geld als der ungarische Durchschnitt (woher auch immer…) und fahren relativ teure Autos und scheren sich einen Dreck um Vorschriften. Diese Autos sieht man öfter im Straßengraben, auch auf dem Dach. Schon öfters haben mich welche riskant überholt, an denen ich ein paar km später gemütlich vorbei fuhr. :taetschel:

    Und die anderen fahren auch mit einfacheren Autos wie die Wilden, weil sie halt auch von tollen Autos träumen, die sie sich aber nie leisten können. Das ist ein ähnliches Verhalten, wie nach einem Autorennen, wenn die Zuschauer meinen, das Gesehene auf der Straße nachmachen zu können.

    Grüße vom Gyuri


    „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“
    (Karl Valentin)