Leseprobe
Marc und der Laser
Marc erwartete wieder einmal ein höchst langweiliger Tag im Labor. Er hatte sich vorgenommen, heute einen Laser neu einzustellen. Das war jetzt nicht gerade eine spannende Aufgabe. Aber auch die musste ja mal gemacht werden.
Marc steuerte als erstes die Kaffeemaschine an. Er würde sich schon für den Tag fit bekommen. Wenn nur dieses „Mistvieh“ funktionieren würde. Marc kickte einmal kräftig dagegen und siehe da, er kam endlich zu seinem Kaffee.
Strahlend, wie ein Honigkuchenpferdchen kehrte er ins Labor zurück. Jetzt konnte es endlich los gehen. Da war ja tatsächlich alles verstellt. Er machte sich an die Arbeit. Da lag noch viel Arbeit vor ihm.
Er war gerade so am werkeln, da kam ein Kollege vorbei, den er schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte. Die beiden plauderten etwas ( ok, sie lästerten, wie die alten Waschweiber). Als sie dann endlich ein Ende gefunden hatten, und Marc zu seiner Arbeit zurück kehrte, bemerkte er die Katastrophe.
Während er gequatscht hatte, hatte sich der Laser selbständig gemacht. Und was tut ein Laser wenn es dumm läuft? Richtig! Er brennt Löcher. In diesem Fall in die Wand. Marc betrachtete das Loch in der Wand. Hier war beim besten Willen nichts mehr zu machen.
Jetzt konnte er nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Ginge es nach ihm, würde er ja ganz einfach drüber tapezieren. Aber dafür war das Loch einfach zu groß. Das Problem musste er wohl anders lösen.
Das sah alles nicht gut aus. Erzählen konnte er von diesem dummen Fehler auch niemandem. Um dem Drama ein Ende zu machen, griff er sich kurzerhand ein Bild, und hängte es über das Loch in der Wand. Er war hellauf zufrieden mit sich selbst. So sollte es doch eigentlich gehen, oder?
Autorin: Solveigh Niehaus