von Wutbürgern, Kriminellen und Jasmintee

  • Ich habe keine Ahnung, in welche Rubrik ich diesen Beitrag packen soll, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Maxxx schon die passende finden wird. ;)


    Seit einiger Zeit häufen sich die Meldungen, dass Menschen auf die Straße gehen.


    Die Gründe hierfür scheinen erst mal sehr unterschiedlich zu sein: Protestbewegungen in China, Stuttgart21, Revolutionen im Nahen Osten, Aufstände in London und weiten Teilen Englands.


    Sind dies in euren Augen Einzelfälle, die es vielleicht so oder in anderer Art und Weise schon immer mal gab und immer geben wird (68er Bewegung, Startbahn West, Fall der DDR, Jasmin Revolution in China)?!? Oder findet gerade ein Wandel statt, der vor keiner Landesgrenze Halt macht? In Stuttgart sprach man von Wutbürgern, Englands Premier Cameron bezeichnet die Aufständler im eigenen Land als Kriminelle, unterstützt aber militärisch die Proteste in Libyen. Syriens Präsident Assad vergleicht die Proteste in London mit denen in seinem eigenen Land. Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede?


    Was ist Eure Meinung?

  • Ich sehe global nur bedingt einen Zusammenhang, "regional" jedoch schon eher. Proteste in Europa haben teilweise recht ähnliche Ursachen und stecken einander an, genauso in der islamischen Welt. Ansonsten sind für mich die weltweiten Proteste doch eher unterschiedlicher Natur. Das liegt wohl auch daran, dass die Protestkultur hierzulande wohl anders ist, als in islamischen Ländern oder selbst in Ländern wie Frankreich, UK usw. Aber ich glaueb insgesamt betrachtet gilt wohl für alle Länder, dass die Protester immer härter werden. Und ich glaube diesbezüglich stecken sie sich trotz ihrer Unterschiede vielleicht doch gegenseitig ein wenig an.


    Mich beeindrucken insbesondere die Proteste in der islamischen Welt. Das ist echt beeindruckend, was dort trotz der Gewalt gegen die Protestler erreicht wird. Besorgniserregend sind diese Geschichten aber eben auch. Gerade was Syrien angeht, das ist ein ziemliches Pulverfass was noch zu vielen vielen unschuldigen Toten führen wird. In Lybien wird zwar hoffentlich in absehbarer Zeit ein Machtwechsel anstehen, aber ich glaube besser wird es dann dort auch nicht unbedingt. Dort wird es wohl noch viel Streit geben. Und was nutzt einem ein gestürzter Diktator, wenn man sich danach gegenseitig die Köpfe einhaut? Ist doch auch nicht viel besser.


    Gespannt bin ich, wie sich die Protestkultur in Deutschland entwickelt. S-21 und Anti-Atomkraft zeigen, dass man auch in Deutschland die Massen mobilisieren kann. Trotzdem sind die Deutschen ja in den letzten Jahrzehnten zum Glück nicht mehr ganz so radikal. Das finde ich bei Protesten auch wichtig. Protestieren: Ja - aber man sollte auf die Mittel die man wählt achten und immer gesprächsbereit sein und nicht nur auf Krawall aus sein.

    Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,
    das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten.

  • :P Die einzige Gemeinsamkeit liegt darin, dass Menschen auf die Straße gehen. Jeder will für sein ganz eigenes Thema auftreten.


    Manchmal habe ich aber auch das Gefühl, dass es Leute gibt, die aus Prinzip gegen alles sind, nur um bei einer Protestkundgebung mitzumachen.

  • Also ich glaube auch, dass unsere Generation grundsätzlich nur bei Sachen auf die Straße geht, die sie persönlich betrifft und weniger als z.B. die 68-Generation für die Bedürfnisse anderer auf die Straße geht...


    jedoch gibt es im Moment sooooo viele Probleme, dasss zufälligerweise im Moment jeder auf die Straße geht auch wenn sie für ganz unterschiedliche Sachen eintreten!


    Das ist irgendwie komisch zu erklären aber ich hoffe ihr versteht was ich meine :-)